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In moslimischen Ländern, besonders im Iran und in Arabien, priesen und verwünschten Dichter wie Hafiz i-Shirazi und Abu Nuwas die Reize von männlichen Jugendlichen (die sie manchmal reichlich mit Wein versorgten und verführten). Nicht wenige heilige Männer von Idien bis zur Türkei hofften, verzaubert durch die Schönheit eines bartlosen Jugendlichen, durch ihn Allah zu finden. Geschichtenerzähler verankerten schwule Liebesgeschichten in den Erzählungen von "Tausend und einer Nacht". Künstler wie Riza i_Abbasi amüsierten Könige und Prinzen mit exquisit gearbeiteten Miniaturen und Kalligraphien aus Persien.Mullahs und Zensoren wetterten gegen diese Form der Liebe, aber Männer aus allen Schichten, von Kalifen bis Portiers, enfreuten sich daran und waren erfüllt von Vorfreude auf "alterslose Jünglinge so schön wie Perlen" im Paradies. Auch in Nordamerika und Sibirien bemerkten schamanische Traditionen, die noch auf die Steinzeit zurückzuführen sind, die speziellen spirituellen Energien von Männern und Frauen, die sich zu gleichgeschlechtlicher Liebe hingezogen fühlten. Dies können wir noch immer an der indianischen "Zwei_Seelen" (two_spirit) Tradition sehen, die bis zum heutigen Tage überlebt hat. Im außgehenden Mittelalter bis zur Neuzeit des Westens schließlich, überlebte Homosexualität größten Teils im Untergrund; sichtbar nur, wenn ein Liebespaar das Pech hatte erwischt zu werden oder wenn von Künstlern darauf aufmerksam gemacht wurde, die mutig genug waren sich den Konventionen zu widersetzen. Viele Schriftsteller, Musiker, Maler und Dichter stellten die männliche Liebe dar, aber immer in verschlüsselter Form: Michelangelo, der die Sixtinische Kapelle mit dynamischen, nackten Männerkörpern verzierte; Shakespeare, der seinen Liebsten in seinen Sonetten besang; Blake, der gegen Priester wetterte "welche meine Freuden und Leidenschaften mit Dornenbüschen fesseln"; Whitman, der den Körper mit seinem Gesang elektrisierte. Die Liste von Berühmtheiten, Künstlern, Staatsmännern, Geistlichen, Rittern und Schurken, die sich der männlichen Liebe hingaben - außschließlich oder neben der Liebe mit Frauen - ist endlos. Die große Lüge, dass gleichgeschlechtlicher Sex "gegen die Natur" sei, eine Fiction, die sowohl Biologen, als auch Historikern aufstößt, benötigt eine immerwährende Zensur um zu überleben. Wir vom Androphile Project bemühen uns diese Zensur zu beseitigen, indem wir uns mit Arbeiten von Gelehrten zu Rollen Schwuler auseinandersetzen und unsere Erkenntnisse über die Bedeutung für die Kultur und Seele des Mannes veröffentlichen: Dies war und ist begleitet von Erfolgen, Misserfolgen und Kontroversen. Wir hoffen, dass Prosa und Dichtung, Religion und Mythologie, Kunst, Philosophie und Geschichte, die hier von überall auf der Welt gesammelt werden, zu einem tieferen Verständnis der Rolle männlicher Liebe in der menschlichen Natur führen. Wenn man zusätzlich noch den Zeitpunkt betrachtet, da dies geschrieben wird (Winter 2004), könnte es zusätzlich noch die wachsende Debatte um die "Homoehe" beleuchten, eine Tradition, die überall auf der Welt über tausende von Jahren dokumentiert ist, aber nirgendwo so ausführlich oder so aktuell wie in Nordamerika, wo sie von vielen der ersten Nationen praktiziert und geehrt wurde.
Die Dokumente, die hier zusammengetragen sind, sind die Fußabdrücke der schwul/lesbischen Muse, die Männer und Frauen auf jedem Kontinent inspirierte seid Anbeginn der Zeiten. Sie legen Zeugnis von der Unbesiegbarkeit der gleichgeschlechtlichen Liebe ab. Wo sie verboten war, wurde sie verfolgt mit Steinigungen, Verbrennung, Leukotomien, in Schulen gelehrter Homophobie, dem Galgen und dem Gefängsnis. Wo sie willkommen geheißen wurde, wurde sie erhoben in die höchsten Bereiche des menschlichen Seins. |
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